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Gesetzliche Rentenversicherung

Wie funktioniert die gesetzliche Rente?

Die Rentenversicherung läuft für die meisten Menschen eigentlich relativ einfach ab. Wer versicherungspflichtig ist (im Prinzip alle abhängig Beschäftigten und auch Geringverdiener), dem wird vom Lohn automatisch der Beitrag einbehalten und an die Rentenversicherung abgeführt. Das macht der Arbeitgeber. Dabei tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte die Kosten. Aber Fakt ist auch: der Gesamtbetrag wird vom Bruttolohn abgezogen. Also ist es letztlich Geld, das nur vom Arbeitnehmer erwirtschaftet wurde!

Hinsichtlich der Beiträge gibt es Unterschiede, im Grund kann man grob von drei Beschäftigungsmodellen sprechen: Minijobs (zuletzt die Jobs bis 450 Euro), Midijobs von 450 bis 800 Euro und die "normalen" Beschäftigungsverhältnisse über 800 Euro. Das mit den Mini-Jobs sorgt immer wieder für reichlich Verwirrung. Tatsache ist leider: der Arbeitgeber zahlt einen Pauschalvertrag für die Sozialversicherung, welche aber keinerlei Bedeutung für die spätere Rentenberechnung hat. Warum, weiß nur der Gesetzgeber. Es ist aber so: wer bei einem 450 Euro Job nicht freiwillig zu diesem AG-Pauschalbetrag in die Rente einzahlt (zur den 15% des Arbeitgebers 3,6% also aus eigener Tasche), der erwirbt keinen Rentenanspruch. Wer in einem Midi Job arbeitet, also zwischen 450,01 und 850 Euro verdient, bei dem staffelt sich der Beitrag nach einem für Normalsterblich kaum nachvollziehbaren System innerhalb der so genannten Gleitzone. Der Arbeitnehmer zahlt zwischen 1,94% bis 9,95% (je nachdem, wie hoch der Verdienst ist).

Ab 850,01 Euro Verdienst zahlt man den normalen Rentenbeitrag. Dabei übernehmen AG und AN je die Hälfte davon. Das Ganze geht aber nur bis zu einem maximalen Bruttolohn, der so genannten Beitragsbemessungsgrenze. Sie stellt die Obergrenze dar und deckelt praktisch das Ganze. Mehr muss normal keiner zahlen. Auch wer 10.000 Euro verdient, würde nur den für die jeweils gültige Bemessungsgrenze fälligen Betrag abgezogen bekommen. Hier könnte man sagen, dass die großen Verlierer vor allem die sind, die immer knapp über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Sie werden sozusagen mit der Höchststrafe belegt. Sicherlich auch ein Punkt, über den man nachdenken sollte.

Die Beiträge werden in der Regel solange eingezahlt, wie man arbeitet. Man erhält die Rente dann, wenn man das Renteneintrittsalter erreicht hat. Das wird in der näheren Zukunft bei mindestens 67 Jahren liegen - Tendenz aber wahrscheinlich steigend. Man redet, gerade von Seiten der Politiker, gerne von einer Rente ab 70. Jahren. Der Grund ist klar: ein Politiker arbeitet nicht wirklich und könnte, sofern ihm die Birne nicht allzu weich wird, auch bis zum so genannten Sank-Nimmerleinstag arbeiten. Leider gibt es viele Menschen, die körperlich hart arbeiten müssen und irgendwann einfach am Ende sind. Aber das interessiert, zumindest Politiker, nicht. Fachleute der EU-Kommission haben einmal empfohlen, EU-weit über die Einführung des Renteneintrittsalters von 70 Jahren nachzudenken. Nur so könne die Rente gesichert werden!

Diese Ansicht der Politiker hat wohl auch noch einen anderen Hintergrund. Bei ehemaligen Abgeordneten sieht das nämlich alles anders aus. Da muss man sich nur bedingt Gedanken über derartige Renteneintrittsgrenzen machen. Abgeordnete, die im Parlament saßen und ausscheiden, beziehen ab dem 65. Lebensjahr eine monatliche Pension von mindestens 2158 Euro - ohne dafür je Beitrag gezahlt zu haben! Für 18 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag gibt es ab 55 rund 5000 Euro brutto staatliche Monatsrente - wiederum ohne je einen Euro eingezahlt zu haben. Beim Ausscheiden aus dem Bundestag steht Abgeordneten außerdem ein so genanntes Übergangsgeld von bis zu 123.804 Euro zu. Das ist deshalb so, um die größten Leiden der Politiker zu mindern. Wer nach dem 22. Dezember 1995 in den Bundestag eingezogen ist, erhält aber weniger Pension. Mit 1651 Euro bis 4746 Euro fällt die Altersversorgung jedoch immer noch recht üppig aus. Jeder normale Arbeitnehmer wäre darüber mehr als glücklich.

Für 1651 Euro Rente zum Beispiel müsste ein 35-jähriger Angestellter mit Durchschnittsverdienst 66 Jahre lang 445 Euro pro Monat in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Eine private Rentenversicherung verlangt dafür 30 Jahre lang 250 Euro im Monat. Um den Höchstsatz der Bundestagsmitglieder von 4746 Euro zu erreichen, wäre in der gesetzlichen Rentenversicherung rein rechnerisch 100 Jahre lang der monatliche Höchstbeitrag erforderlich. Ein privater Sparer müsste dafür zum Beispiel 30 Jahre lang 690 Euro jeden Monat zurück legen.

Das sind unfassbare Beträge. Das kann einem die Zornesröte ins Gesicht treiben - alleine: es hilft nichts. Die Politiker sehen das gelassen. Schließlich leisten sie mehr als jeder andere - oder nicht??