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Riester Rente

News - Wohn-Riester - Alternative oder nicht?

Möglicherweise um noch mehr Leute in Riester zu bringen, hat sich der Staat im Lauf des Jahres 2009 dazu entschlossen, für die Anschaffung von Eigenheimen Zulagen im Rahmen von Riester zu gewähren. Das ganze nennt sich Wohn-Riester. Aber auch hier ist nicht alles Gold was glänzt. Wohn-Riester ist bei weitem nicht die beste Anlage.

Ganz grob kann man schon einmal eines sagen - es gibt nun auch Zuschüsse für Bausparverträge und Wohnbaudarlehen. Die großen Gewinner sind nach Meinung vieler Fachleute vor allem gut verdienende Ehepaare. Die großen Verlierer sind demnach vor allem Selbstständige - sie bekommen keinen Cent.

Bei der Bausparvariante legt ein Sparer über mehrere Jahre Kapital zurück, welches er dann im Fall eines Bauvorhabens zum Bauen nutzen kann. Da ist nicht neu. Man hat so praktisch Eigenkapital angehäuft und braucht geringere normale Darlehen bzw. kann bestehende Darlehen ablösen. Riester soll nun hierzu noch in Form von Förderungen etwas hinzugeben.

Die Förderfähigkeit entspricht letztlich denen anderer Riesterverträge. Man muss mindestens 4 Prozent des Vorjahreseinkommens in die Altersvorsorge legen, dann gibt es Zuschüsse. Der Staat zahlt nur dann, wenn man die zu fördernde Immobilie selbst bewohnt und außerdem dort seinen Hauptwohnsitz hat. Würde man diese selbstgenutzte Immobilie zum Eintritt ins Rentenalter verkaufen wollen, dann muss die komplette Förderung versteuert werden. Außerdem sind Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen nicht Inhalt der Wohn-Riesterverträge.

Der Staat hat sich auch zur Förderung von Darlehen während der Bauphase entschieden. Zur Tilgung der Darlehen kann man dann maximal 2.100 Euro steuerlich absetzen. Diese Sonderform nennt sich Riester-Darlehen. Sie empfiehlt sich jedoch ausschließlich für den, der schon eine Immobilie besitzt. Der Grund ist einleuchtend: mit den Zulagen vom Staat kann man seine Verbindlichkeiten schneller tilgen als mit normalen Darlehen.

Alles in allem gibt es aber wohl mehr Schatten als Licht in der ganzen Sache. Verbraucherschützer monieren, dass praktisch nur die vorgenannten Riester-Darlehen für Immobilienbesitzer Sinn machten. Für alle anderen würde sich Wohn-Riester nicht lohnen. Die Bausparverträge werfen in der Regel einen Zins von gerade man einem Prozent ab, oft erhält man noch weniger. Insgesamt muss man hier wirklich gegen rechnen, ob nicht das Hypotheken-Darlehen der bessere Weg ist.

Grundsätzlich kommt es gegen Ende der Verträge sowieso dick. Wie bei anderen Riester-Anlagen, muss man zum Beginn des Ruhestandes Teile der Förderung zurück. Die Beiträge werden theoretisch mit zwei Prozent über die Laufzeit verzinst. Bei Eintritt ins Rentenalter liegt so ein theoretischer Zinsertrag da, der dann zu versteuern ist. Dabei hat man die Wahl, ob man diese Steuerschuld auf einmal tilgt oder in Raten zahlt. Hart ist das allemal. Zahlt man auf einmal, dann gibt es zwar einen Rabatt vom Staat (30%). Aber: man muss sich verpflichten, die Immobilie mindestens 20 Jahre zu halten. So gesehen wird es lt. Meinung von Fachleuten sowieso günstiger sein, den Betrag in Raten zu zahlen. Will man das Wohneigentum zu Beginn des Ruhestandes veräußern, dann muss man sogar alle Fördergelder komplett versteuern!

Aber auch zu Beginn der Verträge fallen enorme Kosten an. In der Regel muss man mit Abschlusskosten zwischen 1 bis 1,5% der Bausparsumme rechnen. Dann zahlt man jährlich Kontoführungsgebühren.

Vorteile von Wohnriester ist aber z. B. dass das Wohneigentum frei vererbt werden kann. Außerdem kann man das Wohneigentum schon in der Ansparphase nutzen, das geht ja bei anderen Riester Verträge nicht. Und letztlich gilt die Immobilie als inflationssicher.