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Riester Rente

News - Trotz Boom auf Riester Verträge: nicht jeder Vertrag lohnt sich

Fachleute berichten von einem Boom auf Riester Verträge. Während der Rest der Finanzwelt seit der Krise etwas vor sich hin dümpelt, das steigen anscheinend die Abschlusszahlen für Riester-Verträge kontinuierlich. Im Moment sollen über 12 Millionen Deutsche Bürger einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben.

Man kann davon ausgehen, dass vor allem die scheinbare Sicherheit für den Abschluss spricht. Immerhin muss der Anbieter garantieren, dass a) die eingezahlten Beträge da sind und dass b) die staatlichen Zulagen auch noch da sind.

Dabei vergessen viele Anleger, dass der Riester-Vertrag per se zwar Sinn machen kann, aber nicht jede Form für jeden Anlegertyp geeignet ist. Ganz problematisch: wenn die Kosten für den Vertrag die staatlichen Zulagen übersteigen, dann rentiert sich so ein Vertrag schlicht und einfach nicht. Das ist leider öfter der Fall, als man denkt.

Fondssparpläne

Sie wenden sich grundsätzlich eher an Anleger bis 40 Jahre. Die Renditechancen sind gut, die Gebühren können sich sehen lassen. Man muss mit bis zu 5,5% Aufschlag rechnen. Dazu kommen dann noch mal bis zu 2% an Gebühren im Jahr. Teure Anbieter verlangen dazu auch noch Depotgebühren und verlangen oft die Kosten für die komplette Laufzeit am Anfang. Das kann sich für ältere Anleger oft nicht rechnen. Vor allem bleibt bei Fonds immer ein Restrisiko, dass man als jüngerer Anleger noch ausgleichen kann. Für altere Anleger sind konservativere Anlage sicherlich stressfreier.

Versicherungen

Hier kommen Tester zu schlechten Ergebnissen. Laut Finanztest sind z. B. fondsgebundene Versicherungen schlicht zu teuer. Versicherungen an sich lohnen sich grundsätzlich nur für den, der bis zur Rente durchhält.

Banksparpläne

Diese Angebote gelten als ziemlich ideal für ältere Anleger. Zuerst mal sind sie zwar kostenfrei, aber bei der Rendite muss man mit Abschlägen rechnen. Aber diese Anlage ist insgesamt relativ stressfrei. Der Zins ist an die Umlaufrendite gekoppelt. Jüngere Sparer, die einen Banksparplan planen, sollten eher Anlagen mit variablem Zins oder Bonus wählen.

Zulagen

Zulagen gibt es prinzipiell für jeden Riester-Sparer, sofern er ein förderungswürdiges Produkt wählt. Aber: wer Zulagen will, der muss sie auch beantragen. Leider vergessen viele Anleger das aber. Gut bedient ist der, der einen Dauerzulagenantrag ausgefüllt hat. Er bekommt automatisch die staatlichen Zulagen aufs vereinbarte Konto ausgezahlt. Die staatlichen Zulagen sollte man in jedem Fall beantragen, auch wenn man die Beiträge zusätzlich noch per Steuer als Sonderausgaben angibt, denn das Finanzamt geht in seiner Berechnung immer davon aus, dass man Zulagen erhalten hat.

Steuervorteil

Grundsätzlich ist es möglich, die Beiträge zusätzlich über das Finanzamt abzurechen. Dann sollte man die Beiträge als Sonderausgaben angeben. Allerdings gibt es hier normal nur für den etwas, der selbst in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt und damit unmittelbar förderberechtigt ist. Also gilt das z. B. nicht für Partner von Riesterzahlern, die ja nur mittelbar berechtigt sind.

Steuerpflicht

Das mit der Steuerpflicht ist so ein Kreuz. Zwar darf man als junger Sparer auf Entgegenkommen hoffen. Aber gerade im Alter langt der Staat dann hin. Dann will man wieder Teile der staatlichen Zulagen zurück. Das passiert so, dass die Riester Auszahlungen versteuert werden und zwar komplett. Vor allem für alle die, die ab 2040 in Rente gehen, wird das eine nicht unerhebliche Belastung sein.

Grundsätzlich muss man auch leider sagen, dass alle Anleger, welche im Alter praktisch nur die Grundsicherung der Rente erhalten, für nix bezahlt haben. Denn die Auszahlungen werden komplett auf die Grundsicherung angerechnet. Leider muss man konstatieren, dass sich Riester in erster Linie an Familien mit Kindern (wegen der Zulagen) und dann an Besserverdiener (wegen der Steuerersparnis) richtet. Alle anderen haben vergleichsweise weniger von Riester - das ist Fakt, auch wenn Herr Riester gebetsmühlenartig betont: Riester ist gerade was für Geringverdiener.