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Fondsanlagen: der Lebenszyklusfonds

Über Lebenszyklusfonds hört man immer wieder. Interessanterweise gehen die Meinungen darüber doch etwas auseinander. Wie man jüngst in einem der bekannteren Presseorgane lesen konnte, sind diese Fonds ein ideales Modell für die Altersvorsorge. Und nach Meinung eines Berichts verheimlichen Anlageberater gerade diese Anlageform immer wieder. Aber: andere Berichte warnen durchaus auch vor Lebenszyklusfonds.

Die Fondstype wurde um 2005 in Deutschland bekannt. In den USA kennt man Lebenszyklusfonds schon lange und sie laufen dort nicht schlecht. Die meisten deutschen Gesellschaften erkannten ihre Chance und legten Lebenszyklusfonds auf. Man ging davon aus, dass gerade diese Fondsform ideal für Anleger und hier vor allem für die Altersvorsorge ist. Diese Annahme ist im Prinzip richtig, aber die Privatanleger wollten nicht so recht anspringen. Außerdem machte der verheerende Crash gerade diese Fondsart relativ uninteressant.

Viele große Gesellschaften haben sich relativ schnell und ohne große Worte wieder aus dem Geschäft verabschiedet.

Das Prinzip der Lebenszyklusfonds

So ein Fonds beginnt mit einer hohen Quote an Aktien, normalerweise werden zu Anfang 100% des Fonds mit Aktien gefüllt. Wenn man den Fonds abschließt, dann wird ein Zieljahr vereinbart. Je näher man dem Zieljahr kommt, umso stärker werden die Aktien gegen festverzinsliche Papiere ausgetauscht. Dies ist eigentlich eine richtig gute Sache. Man entspricht einer alten Weisheit, nach der man mit steigendem Lebensalter die Anzahl der Aktien im Anlagevermögen abbauen sollte und stärker auf festverzinsliche Anlagen gehen soll. Diese Vorgehensweise gibt dem Fonds auch den Namen Lebenszyklusfonds.

Je jünger man ist, umso mehr sollte man anstatt in festverzinsliche Anlagen in Anlageformen wie Aktien gehen. Das Risiko ist zwar eindeutig höher, aber die Renditechancen sind dafür deutlich besser. Dafür empfiehlt man jedoch älteren Anlegern eher konservative Strategien - einfach wegen der Sicherheit und weil das Arbeitsvermögen im Alter abnimmt.

Die Praxis

In der Praxis kann das so aussehen: wer 2010 einen Lebenszyklusfond mit Zieljahr 2040 abschließt, der hält zunächst einmal nur Aktien im Fonds. 10 Jahre vor Ablauf des Fonds liegt die Aktienquote noch bei 70 Prozent, 5 Jahre vor Ablauf nur noch bei 50 Prozent. Man minimiert so das Risiko.

Eigentlich eine gute Sache. Es gibt aber auch Probleme - vor allem für die Berater. So ein Fonds ist relativ träge. Der Anleger muss sich erst mal um nichts mehr kümmern. D. h. der Fonds liegt da und läuft eben. Der Berater verdient hier praktisch nie an Provisionen aus Umschichtungen. Die sind aber für Berater recht lukrativ. Von daher sind gerade Berater nicht immer am Abschluss dieser Fonds interessiert. In den USA ist das z. B. ganz anders, denn dort arbeiten Berater auf Honorarbasis, d. h. die Vergütung kommt über Stundensätze.

In Deutschland ist der Lebenszyklusfonds im Moment vor allem bei Arbeitgebern ein durchaus begehrtes Produkt und wird gerne für die betriebliche Altersvorsorge genutzt. Die Fondsanbieter garantieren zwar nicht für eingezahlte Beiträge und so bleibt dem Arbeitgeber ein Restrisiko. Aber man geht fast immer davon aus, dass am Ende der Laufzeit der Garantiebetrag noch vorhanden ist - das Risiko für den Arbeitgeber erscheint also letztlich überschaubar.

Ein weiteres großes Problem ist die Unflexibilität dieser Fonds. Was eigentlich ein Vorteil ist - der hohe Aktienanteil am Anfang - kann gerade in Crashzeiten verheerende Wirkungen haben. Und in solchen Phasen sind die Fondsmanager nicht in der Lage, den Aktienanteil angemessen schnell und in angemessenem Rahmen herunterzufahren.

Um sich auch bei Privatanlegern vernünftig durchsetzen zu können, müssen an den Fonds ein paar Dinge geändert werden. Fachleute gehen davon aus, dass sich der Lebenszyklusfonds erst dann beim Privatanleger durchsetzen wird, wenn die Riester-Förderung möglich ist. Außerdem muss eine Fondsgesellschaft für das eingezahlte Kapital garantieren und alle anderen Vorschriften bezüglich der Riester Förderung beachten.

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