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Gesetzliche Rentenversicherung

Besteuerung von Renten

Die Bundesregierung hat seit 2000 einige grundlegende Änderungen vorgenommen, was Sozialversicherungen und Steuern angeht. Eine Maßnahme war die Änderung der Rentensteuer. Auch sie hat große Auswirkungen auf jeden Rentner. Dabei geht es aber nur darum, dass die Renten einfach wesentlich höher besteuert werden. Das bringt dem Staatssäckel etwas ein. Was es der Rentenkasse hilft, ist nicht ganz klar. Denn Steuern sind nicht zweckgebunden einzusetzen!! Das ist schon hart: man weiß, dass die gesetzliche Rente dem Rentner der Zukunft wohl nicht mehr reichen wird und dafür besteuert man die Renten einfach höher. Eine mehr als paradoxe Situation (Meinung des Autors).

Fairerweise muss man sagen, dass man die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und einigen vergleichbaren Beiträgen seit 2005 schrittweise steuerfrei gemacht hat. Aber dennoch gibt es letztlich nichts dafür geschenkt, denn dafür werden schrittweise die Rentenzahlungen an die Menschen immer höher versteuert.

Die Besteuerung der Renten funktioniert nach einem festen Prinzip. Dabei bleibt, gestaffelt nach Renteneintrittsjahr, ein bestimmter Betrag steuerfrei. Ein Teil wird steuerpflichtig. Je später man in Rente geht, desto höher ist der zu versteuernde Anteil. Ab 2040 sind dann 100 Prozent zu versteuern. Das heißt: alle Jahrgänge ab 1973 kennen überhaupt keine steuerfreien Rentenzahlungen mehr!

Ausnahmen: nach derzeitigem Stand der Dinge ist es so, dass Renten bis zu einer Höhe von 1.500 Euro steuerfrei bleiben (bei Paaren 3.000 Euro). Man geht im Moment davon aus, dass der Sachverhalt so bleibt. Das würde 2040 heißen: wer nur 1.499 Euro Rente als Single erhält, muss keine Steuer auf seine Rente zahlen.

Weggefallen sind seit 2005 auch einige steuerliche Begünstigungen für Altervorsorgen. Im Prinzip werden seit 2005 nur noch private Rentenversicherungen steuerlich begünstigt- hier aber auch nur die, die eine lebenslange Leibrente vorsehen. Eine Auszahlung der Rente darf also nicht vor dem 60. Lebensjahr ( Vertragsschluss bis Ende 2011) bzw. 62. Lebensjahr (Vertragsschluss ab 2.012) stattfinden. Außerdem darf die Anwartschaft des Vertrages nicht veräußerbar, nicht übertragbar, nicht beleihbar und auch nicht vererbbar sein. Einmalige Kapitalauszahlungen darf es auch nicht geben.

Somit fällt zum Beispiel ein Lieblingsprodukt der Versicherungsbranche durch das Raster: die Kapitallebensversicherung. Sie war ohnehin - wenn man Verbraucherschützern glauben darf - selten sinnvoll. Sie wird durch das schrittweise Entfallen der Steuervergünstigung noch unattraktiver.

Private Rentenversicherungen

Private Rentenversicherungen werden vom Staat nicht bezuschusst, ist dafür relativ begünstigt, was die Steuer angeht. Der Ertragsanteil ist später nicht extrem hoch, wird aber auch nicht sehr hoch besteuert. Kapitalauszahlungen sind, nach Abzug der Beiträge, zur Hälfte steuerfrei - wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre bestand und die Rente nicht vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt wird. Dennoch ist ein erklecklicher Anteil steuerpflichtig, wobei der Steueranteil abnimmt, je älter man ist.

Alter Steueranteil in Prozent
60 22
62 21
63 20
64 19
65 18
67 17
68 16
69 15

Kapitallebensversicherungen

Sie sind nicht sehr günstig für den Anleger. Auf hier gilt: Verträge von mindestens 12 Jahren, die nicht vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt werden, sind in der Auszahlung zur Hälfte steuerfrei (nach Abzug der Beiträge). Das führt jedoch zu einer geringen Rendite

Aktien, Fonds

Bei Aktien und Fonds hat sich einiges geändert. Grundsätzlich sind Dividendenauszahlungen zur Hälfte steuerfrei. Aber das Limit bzw. der Freibetrag liegt bei 801 Euro (Paare 1602 Euro). Für Gesellschaften in Deutschland gilt: vor Auszahlung der Ausschüttung müssen sie 25% Körperschaftssteuer abführen. Das soll aber auf 15% gesenkt werden. Somit bliebe für den Sparer - wenn das Unternehmen die Vergünstigung weitergibt - mehr.

Spekulationsgewinne sind ab 2009 grundsätzlich steuerpflichtig - es sei denn, man hatte die Papiere schon vorher im Depot. Wer ab 2009 Aktien kauft muss aber alle Gewinne versteuern - egal ob er die Papiere länger als ein Jahr besitzt. Das war bislang anders. Denn bis 2009 musste man Spekulationsgewinne auf Papiere, die man länger als ein Jahr hielt, nicht versteuern.

Hier greift dann die Abgeltungssteuer, nach der 25% aller Kapitalerträge versteuert werden.

Ab 2009 verschmelzen Sparerfreibetrag und Werbungskosten zu einem Posten - dem Sparerpauschbetrag. Demnach hat man als Single 801 Euro frei, Verheiratete 1602 Euro. Werbungskosten sind dann nicht mehr gesondert absetzbar (Konto- Depotgebühren z. B.)