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Gesetzliche Rentenversicherung

Wie funktioniert die gesetzliche Rente?

Die Rentenversicherung läuft für die meisten Menschen eigentlich relativ einfach ab. Wer versicherungspflichtig ist (im Prinzip alle abhängig Beschäftigten und auch Geringverdiener), dem wird vom Lohn automatisch der Beitrag einbehalten und an die Rentenversicherung abgeführt. Das macht der Arbeitgeber. Dabei tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte die Kosten. Aber Fakt ist auch: der Gesamtbetrag wird vom Bruttolohn abgezogen. Also ist es letztlich Geld, das nur vom Arbeitnehmer erwirtschaftet wurde!

Hinsichtlich der Beiträge gibt es Unterschiede. Bei Geringverdienern in 400 Euro-Jobs zahlt der Arbeitgeber den vollen Beitrag in Höhe von 15%. Für Beschäftigte in Privathaushalten werden aber nur 5% fällig. Wer zwischen 401 und 800 Euro verdient, für den zahlt der Arbeitgeber 9,95%. Der Arbeitnehmer zahlt zwischen 1,94% bis 9,95% (je nachdem, wie hoch der Verdienst ist).

Ab 800 Euro Verdienst zahlt man den normalen Rentenbeitrag - das sind im Moment 19,9% des Bruttolohnes. Dabei übernehmen AG und AN je die Hälfte davon. Das Ganze geht aber nur bis zu einem maximalen Bruttolohn, der so genannten Beitragsbemessungsgrenze. Sie stellt die Obergrenze dar und deckelt praktisch das Ganze.

Gesetzt den Fall, die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 5.500 Euro Bruttoverdienst (Stand 2010). Dann wäre der Anteil für die Rentenversicherung knapp über 1.094,50 Euro (19,9%). Mehr muss normal keiner zahlen. Auch wer 10.000 Euro verdient, würde nur 1.094,50 Euro abgezogen bekommen. Hier könnte man sagen, dass die großen Verlierer vor allem die sind, die immer knapp über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Sie werden sozusagen mit der Höchststrafe belegt. Sicherlich auch ein Punkt, über den man nachdenken sollte.

Die Beiträge werden in der Regel solange eingezahlt, wie man arbeitet. Man erhält die Rente dann, wenn man das Renteneintrittsalter erreicht hat. Das wird in der näheren Zukunft bei mindestens 67 Jahren liegen - Tendenz aber wahrscheinlich steigend. Man redet, gerade von Seiten der Politiker, gerne von einer Rente ab 70. Jahren. Kürzlich wurde von Fachleuten der EU-Kommission empfohlen, EU-weit über die Einführung des Renteneintrittsalters von 70 Jahren nachzudenken. Nur so können die Rente gesichert werden!

Diese Ansicht der Politiker hat wohl auch einen Hintergrund. Bei ehemaligen Abgeordneten sieht das nämlich alles anders aus. Da muss man sich nur bedingt Gedanken über derartige Renteneintrittsgrenzen machen. Abgeordnete, die im Parlament saßen und ausscheiden, beziehen ab dem 65. Lebensjahr eine monatliche Pension von mindestens 2158 Euro - ohne dafür je Beitrag gezahlt zu haben! Für 18 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag gibt es ab 55 rund 5000 Euro brutto staatliche Monatsrente - wiederum ohne je einen Euro eingezahlt zu haben. Beim Ausscheiden aus dem Bundestag steht Abgeordneten außerdem ein so genanntes Übergangsgeld von bis zu 123.804 Euro zu. Das ist deshalb so, um die größten Leiden der Politiker zu mindern. Wer nach dem 22. Dezember 1995 in den Bundestag eingezogen ist, erhält aber weniger Pension. Mit 1651 Euro bis 4746 Euro fällt die Altersversorgung jedoch immer noch recht üppig aus. Jeder normale Arbeitnehmer wäre darüber mehr als glücklich.

Für 1651 Euro Rente zum Beispiel müsste ein 35-jähriger Angestellter mit Durchschnittsverdienst 66 Jahre lang 445 Euro pro Monat in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Eine private Rentenversicherung verlangt dafür 30 Jahre lang 250 Euro im Monat. Um den Höchstsatz der Bundestagsmitglieder von 4746 Euro zu erreichen, wäre in der gesetzlichen Rentenversicherung rein rechnerisch 100 Jahre lang der monatliche Höchstbeitrag erforderlich. Ein privater Sparer müsste dafür zum Beispiel 30 Jahre lang 690 Euro jeden Monat zurück legen.

Das sind unfassbare Beträge. Das kann einem die Zornesröte ins Gesicht treiben - alleine: es hilft nichts. Die Politiker sehen das eher gelassen. Schließlich leisten sie mehr als jeder andere - oder etwa nicht??