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Gesetzliche Rentenversicherung

Wie wird sie errechnet?

Die Errechnung der Rente ist theoretisch jedem möglich, allerdings ist das ein aufwändiges Unterfangen. Was man bei aller Rechnerei sowieso nie vergessen darf: es handelt sich nie um garantierte Beträge sondern um eine Rentenanwartschaft. Man ist sozusagen nur Anwärter - ohne letztlich einen sicheren Anspruch zu haben!

Um seine Anwartschaft errechnen zu können, muss man seine Entgeltpunkte ausrechnen und man muss sich sehr gut in der Materie auskennen. Aber seit 2004 wird jeder Versicherte automatisch einmal im Jahr über den persönlichen Stand der Dinge informiert. Man erhält dann einen Auszug, der Auskunft über die bislang erworbene Anwartschaft gibt. Hier erhält man Aussagen über

  • Versicherungszeiten und Rentenanwartschaft
  • Höhe einer Erwerbsminderungsrente
  • Rentenhochrechnung (eine mit und eine ohne Anpassung)
  • Übersicht der bislang eingezahlten Beiträge
  • Höhe der Entgeltpunkte

Im Gegensatz zu früher ist diese Information schon richtig gut und sehr komfortabel. Aber Achtung: sie ist in der Form nicht rechtsverbindlich. Das heißt: keiner hat einen rechtlichen Anspruch auf das, was in der Info steht!

Wie gesagt, kann man sich auch selbst rechnerisch daran wagen:

Rentenformel

Renten-Formel: persönliche Entgeltpunkte * aktueller Rentenwert * Rentenartfaktor = zu erwartende Monatsrente

Entgeltpunkte

Die persönlichen Entgeltpunkte spiegeln das Verhältnis des eigenen Einkommens zum durchschnittlichen Einkommen wieder. Dazu muss man den Durchschnittsverdienst in Deutschland des entsprechenden Jahres kennen.

Beispiel: wäre der durchschnittliche Verdienst der Beschäftigten 29.000 Euro und der persönliche Verdienst 32.000 Euro im Jahr, so würden die Entgeltpunkte so errechnet: 32.000 / 29.000 = 1,1 Entgeltpunkte.

Für Jahre, in denen man praktisch nichts verdient hat, gibt es fest vergebene Punktzahlen:

Ausbildung (0,75), Wehr-/Zivildienst (0,80), Kindererziehungszeiten (1) und bei Krankheit oder Arbeitslosigkeit (0,8).

Rentenwert

Der Rentenwert ist eine fest vorgegebene Größe. Für den Zeitraum 01.07.2003 bis 30.06.2007 liegt er bei 26,13(West) und 22,97(Ost).

Rentenart

Rentenart ist die Form der Rente. Geht man in Regelaltersrente ist der Faktor 1, Geringer ist er z. B . bei Witwen- und Waisenrenten oder bei Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsrenten.

Letztlich ist es ein aufwändiges Unterfangen, die Rente zu errechnen. Tatsache ist sicherlich: die Höhe der Rente ist oft nicht ausreichend. Die Realität zeigt, dass die Durchschnittsrente bei knapp um die 1000 Euro bei Männern und bei Frauen um die 550 Euro liegt!! Gerade bei Frauen zeigen sich oft sehr große Lücken, weshalb die Altersarmut bei Frauen relativ höher ist als die bei Männern.

Grundsätzlich gilt bei allen vor genannten Berechnungen: Rente gibt es erst dann, wenn man das persönliche Rentenalter erreicht hat. Das wird in Zukunft bei Regelbeschäftigten bei 67 Jahren liegen. Grundsätzlich könnte man auch früher in Rente, wenn man zum Beispiel arbeitslos wäre. Aber: dann muss man mit Kürzungen rechnen. Die typische Faustformel für Kürzungen: 0,3 Prozent Abschlag pro Monat, den man früher in Rente will.

Das kann man sich dann leicht ausrechnen, was das ausmacht. Würde man zum Beispiel mit 67 Jahren eine Rente von 1.500 Euro bekommen, so erhielte man bei Eintritt mit 63 Jahren (also 48 Monate früher) nur 1.284 Euro. Warum: pro Monat 0,3 Prozent Abzug. Das mal 48 sind 14,4 Prozent Abzug. 14,4 Prozent von 1.500 Euro wären 216 Euro weniger.

Also: 216 Euro pro Monat weniger und das bis zum Lebensende. Da kommt schon etwas zusammen.