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Kapitallebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung war immer des Agenten liebstes Kind, dafür war sie aber auch schon immer sehr umstritten. Zumindest Verbraucherschützer attackieren diese Geldanlage immer wieder.

Dabei ist diese Versicherung überraschenderweise einer der Dauerbrenner der Versicherungswirtschaft. Sie gibt es schon einige Jahrzehnte und seit Bestehen wird sie offiziell als zusätzliche Absicherung für die Familie eines Arbeitnehmers verkauft. Klassischerweise waren die Versicherungsnehmer hier meistens Männer.

Zum Erfolg der Lebensversicherungen hat nach Meinung vieler Fachleute vor allem auch die sehr entgegenkommende Haltung des Staates beigetragen, da man die Lebensversicherungen in irgendeiner Art und Weise immer steuerlich geltend machen konnte. Seit 2005 ist damit aber mehr oder weniger Schluss, Absetzbar sind solche Sachen nur noch im Rahmen von Riester- und Rürup Verträgen. Genauer gesagt: eine Förderfähigkeit gibt es nur dann, wenn die Lebensversicherung den Fördergrundlagen zum Beispiel von Riester Renten entspricht.

Auch etwas am Image gekratzt hat das Entfallen der Steuerfreiheit der Auszahlungsbeträge von Lebensversicherungen. Auch damit ist im Prinzip Schluss. Ausnahme: Altverträge, die vor 2005 geschlossen wurden und Verträge ab 2005 mit einer Laufzeit von min. 12 Jahren die nach Vollendung des 60. Lebensjahres ablaufen. Deren Auszahlungen werden nur zur Hälfte besteuert.

Irgendwie scheint sich das alles ziemlich negativ auf die durchschnittlichen Renditen niedergeschlagen zu haben. Sie lagen früher einmal bei ca. 7 Prozent, pendeln sich nun aber bei um die 4 Prozent ein - Tendenz wohl eher weiter fallend.

Die Kapitallebensversicherung ist dem Wesen nach eine Lebensversicherung. Sie soll aber einerseits Geld sammeln, andererseits wie eine Lebensversicherung funktionieren. Also im Prinzip hat man mit ihr einen Sparplan auf der einen Seite und eine Absicherung für Angehörige auf der anderen Seite gekauft. Ein gewisses Problem beim Ansparen ist bei der Kapitallebensversicherung jedoch die relative Ungewissheit, was man am Ende rausbekommt. Die Rendite ist eigentlich am Anfang unbekannt. Nur die Höhe der Absicherung im eventuellen Todesfall ist klar genannt. Eventuelle Renditeaussagen zu Vertragsabschluss können eigentlich nur Schätzungen sein. Die garantierte Verzinsung (auf das eingezahlte Kapital) ist in der Regel eher gering, meist liegt sie irgendwo bei knapp über 2%. Alles andere errechnet sich aus eventuellen Überschussbeteiligungen, die aber in ihrer Form unverbindlich sind und auf die kein Recht besteht. Ein gewisses Problem, dass auch immer wieder von Verbraucherschützern moniert wird, sind die anfallenden Verwaltungskosten und auch Provisionen. Diese Kosten werden in Abzug gebracht, oft sind es aber unbekannte Größen.

Die Verteilung der Überschüsse ist übrigens gesetzlich geregelt. Demnach muss das Unternehmen 90 Prozent der erwirtschafteten Überschüsse an die Kunden ausschütten.

Vor Abschluss sollte man sich vor allem über die wichtigsten Eckpunkte der Kapitallebensversicherung eingehende Überlegungen machen:

  • Dynamik (allg. Empfehlung: nicht wählen)
  • Zusatzversicherungen nicht abschließen. Sinnvoll ist lediglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Fragen zur Gesundheit selbst beantworten. Auf keinen Fall den Vertreter hier Eintragungen machen lassen! Als sinnvoll wird von Fachleuten der Zusatz einer persönlichen Versicherung betrachtet. Der könnte sinngemäß so anfangen: Ich habe alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht...
  • Information über Rückkaufswerte vor Abschluss verlangen. Sie können sehr wichtig sein, falls man die Versicherung vor Ablauf kündigen muss.
  • Eintrittsalter. Grundsätzlich kann man sagen: je älter man bei Abschluss ist, desto unsinniger wird die Kapitallebensversicherung.

Abschließend noch einige Ansichten, die von unabhängigen Institutionen über Kapitallebensversicherungen oft genannt werden:

  • Für Singles ist die KLV nicht sinnvoll, es sei denn, man muss Hinterbliebene versorgen.
  • Für junge Familien und Familien mit älteren Kindern ist die KLV nicht sinnvoll, hier lohnt eher eine Risikoleben. Eine Ausnahme wäre, wenn die KLV als Direktversicherung mit Steuervorteilen abgeschlossen wird.
  • Für Menschen über 45 ist sie nicht sinnvoll. Wer den Todesfall versichern will, der sollte auch hier eher die RisikoLV wählen.