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Gesetzliche Rentenversicherung

Die klassische Art der Vorsorge

Die gesetzliche Rentenversicherung ist in Deutschland ein Teil des Sozialversicherungssystems. Sie wurde einst erdacht, um den Bürger im Alter abzusichern. Dabei kann man sagen, dass für arbeitstätige Bundesbürger die Teilnahme am System der gesetzlichen Rentenversicherung praktisch Pflicht ist (für abhängig Beschäftigte, um genau zu sein). Die Beitragshöhe ist durch die Beitragsbemessungsgrenze nach oben gedeckelt. Geregelt sind die Sachverhalte zur gesetzlichen Rentenversicherung im SGB VI.

Die Idee der gesetzlichen Rentenversicherung basiert heute auf dem so genannten Generationenvertrag und damit dem Umlageverfahren. Das heißt: wer aktuell einzahlt, zahlt nicht für sich ein, sondern für die derzeitigen Rentenempfänger. Das ist wichtig zu wissen, vor allem verursacht es auch die bekannten Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Rentenversicherung. Insgesamt ist die gesetzliche Rentenversicherung auch etwas in die Jahre gekommen.

Das Grundsystem stammt aus dem Jahr 1889, als die erste staatliche Altersversorgung installiert wurde. Damals war es eine reine Absicherung für Arbeiter. Einzahler waren Arbeiter, Arbeitgeber und der Staat. Man wollte die damals allgemeine Altersarmut bekämpfen. Erst anfangs des 20. Jahrhunderts wurden dann auch die Angestellten mit ins Boot geholt. Der große Unterschied zum heutigen System: bis in die 1950er Jahre war diese Rentenversicherung im Prinzip wie eine normale Versicherung aufgebaut. Das heißt: jeder Einzahler hatte einen eigenen Vertrag, in den er einzahlte. Also im Prinzip handelte es sich um eine private Rentenversicherung - bloß zahlten auch Arbeitgeber und Staat mit ein.

Um 1957 wurde die Rente dann aber grundlegend reformiert. Hauptinitiator war Adenauer, der gegen den Rat des damaligen Wirtschaftsministers Erhard das System heutiger Prägung einführte. Der Hintergrund war denkbar einfach und ähnelt auch heutigem Denken der Politiker: das moderne System war für den Staat einfach billiger. Die frei gewordenen Gelder konnte man in den Aufbau stecken. Man führte das so genannten Umlageverfahren ein, das praktisch auf dem Generationenvertrag basiert. Wer aktuell einzahlt, der bezahlt die derzeitigen Rentner. Aber er zahlt nicht in sein persönliches Konto! In der Zeit des Wirtschaftwunders schien das eine grandiose Idee zu sein. Da stimmten die Rahmenbedingungen auch eher noch, obwohl schon Erhardt damals warnte. Man glaubte an ein nie endendes Wachstum der Wirtschaft. Man hatte mehr Arbeit als Arbeitnehmer. Die Frau war zu Hause und bekam im Schnitt zwei bis drei Kinder. So gesehen hätte das theoretisch aufgehen können. Aber das System wurde von der Wirklichkeit eingeholt. Und das war schon in den ersten Krisenjahren um 1971 klar. Viele Demoskopen warnten damals vor einer Veränderung der Gesellschaft. Es war klar, dass Vollbeschäftigung Utopie sein wird. Es war auch klar, dass die Geburtenraten zurückgehen würden. Die Politiker waren gewarnt, aber sie reagierten überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: sie bedienten sich großzügig aus den Rücklagen der Rentenkassen um Löcher im Staatshaushalt zu stopfen. Hier tat sich besonders die CDU hervor. Gerade diese Partei hätte eigentlich unter der (langen) Regierung Kohl die Weichen stellen müssen. Aber gerade hier bekam man nur zu hören: die Rente ist sicher. Heute eine bitterböse und ironische Phrase, die man jungen Menschen um die Ohren hauen kann.

Problem: Rentner werden immer älter und Beitragszahler werden weniger

Das System der heutigen Rentenversicherung basierte bei Einführung auf folgender Idee: Menschen beziehen ihre Rente so ca. 10 bis 15 Jahre. Dazu soll immer Vollbeschäftigung herrschen und jeder Bürger erzeugt auch Nachkommen. Das hat aber irgendwie nicht funktioniert. Tatsache ist: Rentner werden immer älter und beziehen somit immer länger Rente. Vollbeschäftigung ist wahrscheinlich eine Utopie und in Deutschland werden zu wenige Kinder geboren. Die Folge: es gibt immer weniger Einzahler, aber dafür immer mehr Bezieher in der Rentenversicherung.

Noch um 2000 herum kamen auf 100 Beitragszahler ca. 28 Rentner. Man schätzt, dass im Jahr 2050 auf 100 Beitragszahler ca. 55 Rentner kommen. Dieser Trend wird sich, so befürchtet man, fortsetzen.

Maßnahmen gegen die drohende Pleite

Die Bundesregierung hat nach jahrzehntelangem Zaudern und Zögern irgendwann die Zeichen der Zeit erkannt. Es musste ein radikaler Einschnitt vorgenommen genommen werden. Anders ging das auch gar nicht, wobei Pessimisten bemängeln, dass die Maßnahmen nicht ausreichend sein werden. Diese ganzen Maßnahmen haben sich sehr zum Nachteil der kommenden Rentenempfänger ausgewirkt. So wurde bzw. wird das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Das frühere Renteneintrittsalter von 65 Jahren gilt noch für Jahrgänge bis 1946. Alle Jahrgänge danach dürfen nun erst später in Rente gehen. Ab Jahrgang 1947 bis 1957 muss man einen Monat an die 65 Jahre anhängen. Jahrgang 1947 dürfte so mit 65 Jahren und einem Monat in Rente, Jahrgang 1948 mit 65 Jahren und zwei Monaten und so weiter. Beim Jahrgang 1958 hat man dann als Renteneintrittsalter 66 Jahre. Danach verschärft sich das Ganze. Von Jahrgang 1959 bis Jahrgang 1963 muss man dann immer zwei Monate dazu rechnen. Also: Jahrgang 1959 muss bis 66 Jahren und 2 Monaten arbeiten. Jahrgang 1960 bis 66 Jahren und 4 Monate und so weiter. Beim Jahrgang 1964 ist man dann bei der Rente mit 67 Jahren angekommen. Damit sind die Jahrgänge ab 1964 die eigentlichen Hauptverlierer der Reform.

Es gibt aber auch Ausnahmen. Zumindest momentan gilt, dass alle, die 45 Jahre in das System eingezahlt haben, weiterhin mit 65 in Rente gehen dürfen. Nicht bis 67 arbeiten müssen auch alle, die mindestens 35 Jahre eingezahlt haben Schwerbehinderte dürfen ebenfalls weiterhin früher in Rente, ebenso Frauen die vor 1952 geboren wurden. Grundsätzlich kann man immer früher in Rente. Aber: dann muss man mit Kürzungen rechnen. Typische Faustformel für Kürzungen: 0,3 Prozent Abschlag pro Monat, den man früher in Rente will.

Was man allgemein erkannt hat: das alleinige Vertrauen auf die gesetzliche Rente wird in den meisten Fällen nicht mehr ausreichen. Früher hieß es: wer 45 Jahre mit einem durchschnittlichen Verdienst eingezahlt hatte, der erhielt ca. 70% seines ehemaligen Verdienstes als Rente. Diese Faustformel kann praktisch überhaupt nicht mehr angewendet werden. Durch die Besteuerung der Renten kann man praktisch überhaupt keine verlässliche Vorhersagen mehr treffen. Fakt ist: für viele Rentner könnte es eng werden bzw. sie müssten den Gürtel enger schnallen.

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