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Betriebliche Altersvorsorge

Direktversicherung

Die Direktversicherung gehört zu einem möglichen Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung. Dabei handelt es sich formal um einen Lebensversicherungsvertrag (meist in Form einer Kapitallebensversicherung), den ein Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer abschließt. Dabei ist der Arbeitgeber der Versicherungsnehmer, der Arbeitnehmer ist die bezugsberechtigte versicherte Person. Bezugsberechtigt sind auch die Hinterbliebenen des versicherten Arbeitnehmers.

Über die Direktversicherung können neben Alters- und Hinterbliebenenleistungen auch Invaliditätsleistungen versichert werden. Von daher kommen neben Rentenversicherungen auch Berufsunfähigkeitsversicherungen oder Unfallzusatzversicherungen in Betracht.

Für den Arbeitgeber ist die Abwicklung einfach. Er schließt auf den Namen des Arbeitnehmers eine Versicherung ab. Versichert ist dann der Arbeitnehmer. Die Beiträge werden dabei aber vom Arbeitnehmer in Form einer Gehaltsumwandlung eingezahlt. Der Arbeitgeber kümmert sich nur um die Abwicklung der Zahlung.

Letztlich muss man festhalten, dass diese Gehaltsumwandlung eigentlich ein Verzicht auf einen Teil des Gehalts ist - nämlich dem Teil, der in die Versicherung eingezahlt wird. Eine Besonderheit wäre die Direktversicherung mit Arbeitgeberzuschuss. Das ist möglich, der Arbeitgeber beteiligt sich dann freiwillig an der Zahlung. Hier gelten im Prinzip die selben Anforderungen wie bei der Direktversicherung ohne Zuschuss.

Damit man mit diesem Modell Steuern sparen kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Grundsätzlich muss ein Vertrag mindestens zwölf Jahre laufen, dazu müssen mindesten fünf Jahre lang Beiträge gezahlt werden. Bezugsberechtigt darf nur der Arbeitnehmer oder dessen Angehörige sein - nie der Arbeitgeber. Das Bezugsrecht für den Arbeitnehmer muss vertraglich festgelegt sein. Die Auszahlung darf nicht vor dem 60. Lebensjahr erfolgen. Außerdem muss man unterscheiden, ob ein Vertrag vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurde oder danach.

Vor dem 01.01.2005 abgeschlossene Verträge sind bis 1.752 Euro pauschal mit 20% steuerpflichtig. Dazu kommen Kirchensteuer und Soli. Werden die Beiträge vom Arbeitgeber finanziert oder sondergezahlt, sind sie sozialversicherungsfrei. Handelt es sich um eine Entgeltumwandlung, so sind die Beiträge sozialversicherungspflichtig. Bezugsberechtigt können bei alten Verträgen beliebige Personen sein.

Für Verträge seit 01.01.2005 sind alle Beiträge bis 4% der Beitragsbemessungsgrenze (West) der Rentenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei. Gibt es keine Altzusage nach §40b EStG können zusätzlich 1800 € steuerfrei in die Direktversicherung eingezahlt werden. Bezugsberechtigt sind in der Regel Ehegatten, Kindergeldberechtigte Kinder oder Lebensgefährten in Rahmen einer Lebensgemeinschaft. Theoretisch kann auch hier an beliebige Personen ausgezahlt werden. Dies ist dann jedoch nicht in vollem Umfang möglich.

Wechsel des Arbeitgebers

Wechselt man den Arbeitgeber, so wird der Versicherungsvertrag auf den Versicherten übertragen. Dazu müssen aber unverfallbare Ansprüche vorliegen. Man kann dann selbst weiter Beiträge einzahlen oder man lässt den Vertrag beitragsfrei stellen. Theoretisch kann man bei einem neuen Arbeitgeber auch den alten Vertrag weiter führen lassen.

Erhält man beim Wechsel des Arbeitgebers eine Abfindung, so kann die steuerlich gefördert in die Direktversicherung eingezahlt werden.

Eine Kündigung der Direktversicherung von Seiten des Versicherten ist vor Vollendung des 60. Lebensjahres nicht möglich.