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Gesetzliche Rentenversicherung

Bedarf ermitteln

Private Vorsorge kann man eigentlich nicht nach einem festen Schema ermitteln. Die Höhe des Bedarfs ist individuell doch viel zu unterschiedlich. Da stellen sich viele Fragen. Man muss für sich entscheiden, welche Bedürfnisse und Möglichkeiten man selbst heute bzw. später hat. Das ist schon schwer genug. Die heutige Situation kann man gut einschätzen, später praktisch nicht.

Klar muss einem sein: mit der herkömmlichen Basisrente kann man, wenn man nicht sehr hoch verdient hat, im Alter keine großen Sprünge machen. Wer jedoch heute viel verdient, der bekommt zwar mehr - der hat sich aber oft auch an einen etwas höheren Lebensstandard gewöhnt. Und den muss man im Alter erst mal halten können.

Egal, wie hoch und welche Produkte man wählt - Fachleute sagen auch bei der Altersvorsorge: der Mix macht's. Keiner sollte alles auf eine Karte setzen. Lieber das Risiko streuen. Wer nur auf riskante Anlagen setzt, der kann zwar der große Gewinner sein, aber eben auch der große Verlierer. Die Finanzkatastrophe der jüngsten Vergangenheit legte hierüber nachhaltig Zeugnis ab. Gut wäre es auch, wenn man zu irgendeinem Zeitpunkt noch die Möglichkeit hat, seine irgendwann gewählte Strategie neu zu überdenken und dann auch zu ändern.

Faktor: Das Einstiegsalter

Das Einstiegsalter in die Vorsorge macht den wohl größten Faktor aus. Je früher, so sagt man pauschal, desto besser. Wer früh anfängt, kann anfangs auch gerne mal in riskante Anlagen gehen. Er kann dann früh genug den Kurs korrigieren, wenn es schief läuft. Wer aber spät anfängt, der sollte eigentlich immer eher die sichere Variante wählen.

Faktor: persönliche Verhältnisse

Natürlich muss man seine persönlichen Verhältnisse immer in die Planungen einbeziehen. Wer Familie hat, der plant anders als der, der Single ist und auch bleiben will. Daneben spielt die Einkommenssituation auch eine wichtige Rolle. Wer viel verdient, zahlt in der Regel mehr in die gesetzliche Rente ein (sofern er Einzahler ist) und erhält später mehr. Wer selbstständig ist, muss sich um alles selbst kümmern. Das vergessen Selbstständige gerne einmal und leben lieber heute als morgen von ihrem Geld. Das kann funktionieren, kann aber auch schief gehen. Auch nie vergessen sollte man den aktuellen Vermögensstand. Wer heute schon Kredite abzahlen muss, der muss ganz anders planen als der, der heute schon über ein gutes finanzielles Polster verfügt.

Todesfallrisiko absichern

Wer niemanden hat, um den er sich kümmern muss, der muss sich um die Absicherung im Todesfall sicherlich keinen Kopf machen. Wer aber eventuell eine Familie hinterlässt, der schon. Grundsätzlich ist es so, dass der überlebende Ehepartner in der Regel eine Witwenrente beziehen kann. Die betrug früher 60% der Rente, die dem Einzahler zugestanden hätte (aber nur wenn die Mindestwartezeit von 60 Monaten erfüllt war oder ein Arbeitsunfall vorlag). Heute ist es so: für alle nach 01.01.2002 geschlossenen Ehen, in denen beide Partner nach dem 01.01.1962 geboren sind, gibt es nur noch 55%. Wenn man überlegt, dass die durchschnittliche Rente eines Mannes in Deutschland West 1.000 Euro ist und die Frau dann davon nur 550 Euro erhält, dann ist das schon wenig Geld.

Speziell bei Familienversorgern wird hier immer wieder zum Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung geraten.

Berufsunfähigkeitsrisiko absichern

Die Berufsunfähigkeit wird heute allgemein als eine der größten Gefahren sowohl für Familienversorger als auch für Singles gesehen. Schlimmer kann es kaum kommen, als dass man eines Tages nicht mehr arbeiten kann und somit nichts mehr verdienen kann. Die Zahlungswilligkeit der Arbeitsagenturen ist nur noch gering, ALGII reicht oft nicht aus. Dazu kommt, dass die Zahlungen bei Berufs- und Erwerbsunfähigkeit stark eingeschränkt wurden. Da steht man oft sehr dumm da.

Von daher wird der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung heute praktisch von allen Fachleuten dringend empfohlen. Sie sichert eines der größten Risiken überhaupt ab.

Versorgungslücke berechnen

Aus meiner Sicht ist es ein Mythos, dass man sich eine Versorgungslücke konkret errechnen kann. Man kann höchstens errechnen, ob es eng wird oder weniger eng. Wie es beim Eintritt in die Rente aussieht, kann man aber umso weniger sagen, je weiter man im Moment davon entfernt ist. Das heißt: junge Leute dürften dabei ziemlich große Probleme haben. Wer natürlich in bis zu fünf Jahren in Rente geht, der müsste sich die Situation gut errechnen können. Der kann dafür aber momentan auch nicht mehr viel an der Situation drehen.

Das ist irgendwie auch der Teufelskreis: wer jung ist, kann noch viel bewegen. Aber der weiß gar nicht genau, wohin. Wer älter ist, der kann nicht mehr so viel bewegen. Der weiß aber manchmal ziemlich genau, wie es im Alter aussieht.

Grundsätzlich gilt daher: wer früh mit Sparen beginnt, muss vergleichsweise geringere Beträge zurücklegen. Denn die monatlichen Sparraten summieren sich über lange Zeit. Wenn es gut läuft hat man über eine ordentliche Verzinsung eine schöne Summe beisammen.

Wer, sagen wir mal, über 30 Jahre lang monatlich ca. 102 Euro einzahlt und eine Verzinsung von 6% erhält, der hat in 30 Jahren einen Betrag von 100.000 Euro zusammen. Eingezahlt wurden aber nur knapp 37.000 Euro. Das kann sich sehen lassen. Aber man muss den Betrag erst mal zurücklegen können und vor allem auf durchschnittlich 6% kommen.

Ein weiteres Problem sind die Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung. Man erhält jährlich einen Kontoauszug, auf dem alle relevanten Beträge genannt sind. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Summen real sogar höher ausfallen werden. Aber garantieren kann das keiner, auch das Gegenteil könnte eintreffen. So gesehen sind selbst die früher so sicheren gesetzlichen Renten kaum mehr vorhersehbar.

Ziemlich ernüchternd ist zum Beispiel die Modellrechnung für einen Rentner, der 45 Jahre lang mit Durchschnittseinkommen eingezahlt hat. Dieser Modellrentner hat eine Rente von ca. 1.061 Euro zu erwarten (der Betrag für Rentner Ost liegt hier unter 1.000 Euro).

Auch für Beamte brechen bekannterweise härtere Zeiten an. Die ehemals recht ansehnlichen Pensionen werden im Verlauf der nächsten Jahrzehnte, so wird es prognostiziert, deutlich schrumpfen.

siehe hierzu auch: ⇒ Inflationsrate und Abzüge im Alter berücksichtigen